
5 starke Dokploy Alternativen in 2026
Lukas MauserDokploy hat sich seine Beliebtheit verdient. Open Source, self-hosted PaaS mit sauberem UI, Docker Compose Support, Traefik-Routing, Datenbank-Provisioning und Multi-Server-Verwaltung, installiert mit einem Befehl.
Was man sich klarmachen sollte: was self-hosted hier tatsächlich bedeutet. Die Control Plane ist jetzt ein Service, den du betreibst. Wenn Dokploys eigener Host ausfällt, fällt deine Deploy-Pipeline mit aus. Updates, Backups des Control-Plane-States, driftende Traefik-Configs und Zertifikats-Renewals gehören dir.
Manche Teams wollen genau das. Andere merken es nach etwa vier Monaten. Für die zweite Gruppe gibt es Dokploy Cloud ab rund 4,50 USD pro Server und Monat im Hobby-Plan und 15 USD/Monat für drei Server im Startup-Plan. Damit hosten sie das Dashboard, während deine Apps weiter auf deinen eigenen Servern laufen.
Hier sind fünf Dokploy Alternativen für 2026.
Schneller Vergleich
| Alternative | Was du betreibst | Kosten | Am besten für |
|---|---|---|---|
| Sliplane | Nichts | Ab 9 EUR/Monat pro Server | Teams, die das Ergebnis wollen, nicht die Plattform |
| Coolify | Control Plane und Server | Self-hosted kostenlos, Cloud ab 5 USD/Monat | Größte self-hosted PaaS Community |
| CapRover | Control Plane und Server | Kostenlos, plus deine Server | Ausgereift, stabil, ohne Schnickschnack |
| Dokku | Den ganzen Host | Kostenlos, plus deine Server | Heroku-Semantik auf der CLI |
| Kamal | Nichts Dauerhaftes | Kostenlos, plus deine Server | Deploys ganz ohne Plattform |
1. Sliplane: dieselbe Erfahrung, minus Control Plane
Das Versprechen jedes self-hosted PaaS lautet "Heroku, aber es gehört dir". Sliplane ist die Variante, in der du den Heroku-Teil bekommst und jemand anderes die operative Hälfte übernimmt.
Deploy von GitHub oder Docker Hub, automatisches SSL, persistente Volumes, Health Checks, Logs und eine API. Server starten bei 9 EUR/Monat zzgl. USt. (1 vCPU, 1 GB RAM, 20 GB NVMe) und 17,80 EUR/Monat zzgl. USt. für 2 vCPU und 2 GB RAM, mit unbegrenzt vielen Services pro Server. Tägliche Volume-Backups, kostenloser Egress, dedizierte Build-Server, unbegrenzt Team-Mitglieder und menschlicher Support sind drin.
Rechne die echten Kosten ehrlich. Dokploy self-hosted auf einem VPS ist auf dem Papier günstiger. Es ist nicht mehr günstiger, sobald die Control Plane eine Traefik-Debugging-Session braucht, ein Docker-Upgrade schiefgeht, oder du dich erinnern musst, wie du vor acht Monaten die Wildcard-Zertifikate konfiguriert hast.
Nimm Sliplane, wenn:
- du Deploys aus Git willst, ohne das Ding zu betreiben, das deployt.
- die Zeit deines Teams mehr wert ist als die monatliche Differenz.
- SSL, Backups und Routing das Problem von jemand anderem sein sollen.
- du europäisches Hosting als Standard willst.
Eher nicht, wenn:
- der ganze Stack dir gehören muss.
- du die Plattform auf vorhandener Hardware laufen lassen willst.
- du in eine abgeschottete Umgebung deployen musst.
2. Coolify: die größte self-hosted PaaS Community
Coolify ist der direkteste Dokploy-Konkurrent und aktuell das größte Projekt in dieser Kategorie. Es deckt Git-Deploys, Docker- und Compose-Apps, Datenbanken, SSL, Alerts, Backups und One-Click-Templates ab, über mehrere Server hinweg.
Coolify selbst ist Open Source und kostenlos. Coolify Cloud startet bei 5 USD/Monat für zwei verbundene Server, plus 3 USD/Monat pro weiterem Server, und deinen Infrastruktur-Anbieter zahlst du weiterhin separat.
Der praktische Grund für Coolify statt Dokploy ist das Ökosystem: mehr Templates, mehr dokumentierte Sonderfälle und mehr Leute, die dein Problem schon hatten. Der Grund dagegen ist mehr Oberfläche, bei gleichem operativem Aufwand.
Nimm Coolify, wenn:
- du das ausgereifteste self-hosted PaaS willst.
- dir eine große Template-Bibliothek und aktive Community wichtig sind.
- du optional eine gehostete Control Plane haben willst.
Eher nicht, wenn:
- du gar keine Control Plane pflegen willst.
- du ein kleineres, einfacheres Tool suchst.
3. CapRover: langweilig im besten Sinne
CapRover gibt es viel länger als Dokploy, und das merkt man positiv: stabil, gut verstanden, ändert sich wenig. Basiert auf Docker Swarm mit einer nginx-Schicht und gibt dir One-Click-Apps, automatisches SSL und ein Web-UI.
Kostenlos und Open Source. Du zahlst den Server darunter.
Das UI wirkt neben Dokploy angestaubt, und Docker Swarm ist nicht dort, wo die Aufmerksamkeit der Branche hingegangen ist. Beides spielt kaum eine Rolle, wenn deine Anforderung lautet "Container auf eine Kiste deployen und drei Jahre lang laufen lassen".
Nimm CapRover, wenn:
- du ein bewährtes, unaufgeregtes self-hosted PaaS willst.
- dir Stabilität wichtiger ist als neue Features.
- du einen großen One-Click-App-Katalog willst.
Eher nicht, wenn:
- du ein modernes UI und aktive Feature-Entwicklung willst.
- du erstklassigen Docker Compose Support brauchst.
4. Dokku: Heroku-Semantik auf der eigenen Kiste
Dokku ist das Kleinste, das sich noch wie Heroku anfühlt. Push einen Git-Branch, Buildpacks oder ein Dockerfile machen daraus eine laufende App, Plugins bringen Postgres, Redis und Let's Encrypt dazu.
Kostenlos und Open Source, plus Serverkosten.
Dokku ist CLI-first, was entweder der Reiz oder das Ausschlusskriterium ist. Ein echtes Dashboard gibt es nicht, und Multi-Server ist nicht seine Stärke. Für einen einzelnen Host mit einer Handvoll Apps ist es an Einfachheit schwer zu schlagen.
Nimm Dokku, wenn:
- du Herokus
git pushModell auf eigener Hardware willst. - du dich im Terminal wohlfühlst.
- du einen Host betreibst.
Eher nicht, wenn:
- dein Team ein UI will.
- du eine Server-Flotte verwalten musst.
5. Kamal: gar keine Plattform
Kamal vertritt die Gegenposition: das Problem ist nicht, dass du ein besseres PaaS brauchst, sondern dass du gar keins brauchst. Kamal deployt Container per SSH auf Server, gesteuert über eine Config im Repo, und lässt nichts Laufendes zurück, das gepflegt werden müsste.
Kostenlos, plus deine Server.
Das heißt: keine Control Plane zum Patchen, kein Dashboard zum Absichern, und volle Portabilität zwischen Anbietern. Es heißt aber auch: kein UI, keine Managed Databases, kein eingebautes Monitoring, kein One-Click-irgendwas. Du bringst Server und Ops-Wissen mit.
Nimm Kamal, wenn:
- du null Plattform-Lock-in willst.
- deine Deploys einfach und gescriptet sind.
- du schon weißt, wie man Server betreibt.
Eher nicht, wenn:
- du ein Dashboard oder eine Datenbank per Klick willst.
- niemand im Team die Server-Config besitzen will.
Welche Option passt zu dir?
| Wenn dir das am wichtigsten ist... | Nimm |
|---|---|
| Keine Plattform betreiben | Sliplane |
| Größtes self-hosted Ökosystem | Coolify |
| Langfristige Stabilität | CapRover |
| Heroku-Semantik auf einer Kiste | Dokku |
| Gar keine Plattform | Kamal |
Fazit
Dokploy ist gute Software. Die Frage ist nicht, ob es funktioniert, sondern ob du die Person sein willst, die dafür verantwortlich ist, dass es funktioniert.
Wenn ja, ist Coolify die etabliertere Version derselben Idee, CapRover die stabilere, und Dokku und Kamal die minimalen. Alle sind kostenlos, und alle kosten dich stattdessen Zeit.
Wenn nein, gibt dir Sliplane dieselben Deploys aus Git für 9 EUR/Monat pro Server, mit unbegrenzt vielen Services pro Server und ohne eigene Control Plane, die du am Leben halten musst.
Auch lesenswert: 5 starke Coolify Alternativen und CapRover: Die self-hosted Heroku Alternative.